Euler, Frühgermanische Studien

Wolfram Euler, Frühgermanische Studien

Wolfram Euler
Frühgermanische Studien
Überlegungen zur Entwicklung von Grammatik und Wortschatz im ältesten Germanischen
Neuerscheinung August 2023
Taschenbuch im Format A 5 (21 x 14,7 cm), 158 Seiten
ISBN 978-3-945127-46-9
49,00 €

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Die Erforschung des frühesten Germanischen vor der Ersten Lautverschiebung hat in den zurückliegenden Jahren sprunghafte Fortschritte gemacht. Ein Meilensteine war hier die 2009 erschienene Monographien „Sprache und Herkunft der Germanen“ von Wolfram Euler und Konrad Badenheuer (2. Auflage 2021). Viele Aspekte sind aber immer noch unbearbeitet, insbesondere Fragen zu den Abläufen der Veränderung des Formensystems und zum Wortschatz des ältesten Germanischen der Bronze- und vorrömischen Eisenzeit.


Im vorliegende Band widmet sich Wolfram Euler in drei Beiträgen eben diesen Themen. In der ersten Arbeit untersucht er die Umgestaltung des Flexionssystems: Welche innere Entwicklung haben diejenigen Formenkategorien genommen, die im späten Urgermanischen nur noch in Relikten greifbar oder ganz verschwunden sind? Der zweite Beitrag untersucht Stammklassenwechsel im Verbalsystem des ältesten Germanischen.

Die dritte Arbeit ist lexikalisch. Auch der rekonstruierbare Wortschatz des (späten) Urgermanischen weist gegenüber dem Indogermanischen bedeutende Veränderungen auf. Viele für das Indogermanische erschließbare Lexeme fehlen im germanischen Wortschatz völlig, andere sind nur noch in Relikten erhalten. Euler untersucht nun, warum indogermanische „Erbwörter“ in den überlieferten germanischen Einzelsprachen verschwunden sind oder ihre Bedeutung verändert haben. Oft sind hier ziemlich klare Antworten möglich und immer wieder finden sich sogar Hinweise für eine ansatzweise Datierung – obwohl diese Veränderungen teilweise mehr als 1500 Jahre vor dem Beginn der schriftlichen Überlieferung geschehen sind.

Solche lexikalischen Untersuchungen geben immer auch Hinweise auf die  Geschichte und Kultur, die gesellschaftlichen Verhältnisse und sogar über die religiösen Vorstellungen der Sprecher. Das macht dieses Buch weit über den Kreis der Linguisten hinaus für historisch Interessierte interessant.