Wolfram Euler
Umbruch und Stagnation. Die Sprachen Europas zwischen Spätantike und frühem Mittelalter (NEU 28. November 2025)
Mit einem Beitrag von Konrad Badenheuer: Zur weiteren Erforschung des Ostgermanischen.
Taschenbuch im Format A 5 (21 x 14,7 cm), 159 Seiten mit 5 Sprachkarten
ISBN 978-3-945127-45-2
44,90 €
Hier formlos bestellen, wir liefern versandkostenfrei gegen Rechnung. >>
Auf das Ende der großen Völkerwanderung im des 4. bis 6. Jahrhunderts folgte eine äußerlich ruhige Phase. Im 7. Jahrhundert gab es in Europa keine großen Umbrüche. Und doch hatten der Zusammenbruch des Römischen Reiches und die Völkerwanderung lange nachwirkende Folgen. Eine davon war, dass sich gleich fünf europäische Sprachgruppen im 5. bis 8. Jahrhundert nach Christus in Einzelsprachen aufzugliedern begannen. Der Vorgang ist seit längerem bekannt, wurde aber bisher noch nicht zusammenhängend dargestellt und analysiert. Dies unternimmt der Linguist Wolfram Euler erstmals auf neuestem Forschungsstand in diesem Buch.
Die Untersuchung beginnt mit den romanischen Sprachen, weil hierzu am meisten Daten vorliegen. Anschließend untersucht er die parallelen Prozesse im Keltischen, Slawischen, Baltischen und im Germanischen, also in der Vorform u.a. des Deutschen und Englischen.
Im zweiten Buchbeitrag untersucht der Münchner Wissenschaftler das Verhältnis der ostgermanischen Sprachen Gotisch, Burgundisch und Wandalisch. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, ob zwei dieser drei Sprachen untereinander enger verwandt sind als mit der jeweils dritten und ob es eine rekonstruierbare ostgermanische Protosprache gegeben hat. Letzteres ist unwahrscheinlich, kann aber wegen der geringen Überlieferung von Burgundisch und Wandalisch auch nicht ausgeschlossen werden.
Muss diese Frage nun für alle Zeiten offen bleiben oder gibt es noch Möglichkeiten, um das ziemlich mysteriöse Ostgermanische besser zu verstehen? Dieser Frage geht Konrad Badenheuer in einem dritten Beitrag nach. Sein optimistisches Fazit: Auch jetzt noch gibt es noch ungehobene „Datenschätze“, um mehr zu erfahren über die Sprache(n) der Goten, Burgunder und Wandalen, über die wir so wenig wissen. Vor allem in alten Ortsnamen in Spanien, Südfrankreich und der Westschweiz sind noch viele unausgewertete Informationen über das Ostgermanische enthalten, die genauer erforscht werden sollten.
