Die missbrauchte Republik – Aufklärung über die Aufklärer

Die aufgedeckte Vernetzung macht sprachlos 

Ein aufrüttelndes Buch – Es ist beängstigend zu erfahren, wer alles mitgemacht, hingesehen und geschwiegen oder weggeschaut hat

„Die missbrauchte Republik“ ist keine angenehme Lektüre, dies gilt besonders für die akribisch belegte Dokumentation im letzten Teil des Buches. Es ist einfach abscheulich, wie sich im Schein sogenannter „Aufklärung“ allerlei Perverse vernetzten, um sich und der Gesellschaft einzureden, wie gut und richtig Sex mit Kindern sei.

Die nun aufgedeckte Vernetzung von Wissenschaftlern, Politikern, Pädagogen und Juristen, oft aus dem Umfeld der 68er-Bewegung stammend, macht sprachlos. Es ist beängstigend zu erfahren, wer alles mitgemacht, hingesehen und geschwiegen oder weggeschaut hat. Erschütternd, dass es Vertretern dieser pädophilen Netzwerke nicht nur gelang, Hochschulen und Parteien zu infiltrieren, sondern auch Kirchen, Kirchentage und gar den Kinderschutzbund.

Hilfreich ist auch der Aufsatzteil, der das Thema des Missbrauchs quasi multiperspektivisch aus verschiedenen Blickwinkeln analysiert - wenn natürlich auch nicht aus allen. Unter den Autoren sind so bekannte Namen wie der des Pädagogikbestsellerautors und Hochschuldozenten Albert Wunsch, der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin Christa Meves (über 100 Bücher zum Thema Erziehung und Pädagogik in Millionenauflage) und der Soziologin Gabriele Kuby sowie der des bekannten Journalisten Jürgen Liminski.

Man kann diesem aufrüttelnden Enthüllungsbuch nur eine möglichst weite Verbreitung wünschen und hoffen, dass diese Netzwerke schonungslos zerschnitten werden - zum Schutze unserer Kinder!

Von Jörg Birnbacher, 7. März 2011 (Text leicht gekürzt).