Die missbrauchte Republik – Aufklärung über die Aufklärer

Keinesfalls uninteressant, aber auch provozierend 

Der Band lenkt den Blick auf ein Thema, das im Mainstream der Debatte kaum beachtet wurde

Für die Internetseite „socialnet.de“ hat der Pädagoge und Theologe Dr. Axel Bernd Kunze (Universität Trier) das Buch „Die missbrauchte Republik“ sehr ausführlich besprochen. Nachfolgend das Fazit seiner Rezension, der komplette Text steht hier:

Dem Band gebührt das Verdienst, mit seinen Ausführungen zur politischen Pädophiliebewegung den Blick auf ein Thema zu lenken, das im Mainstream der Debatte um die jüngsten Missbrauchsskandale kaum beachtet wurde. Ärgerlich – auch gegenüber den Betroffenen – ist hingegen die unklare Grenzziehung zwischen Pädophilie und Homosexualität, die den Band nahezu durchgängig prägt. „Die missbrauchte Republik“ ist alles in allem weniger eine wissenschaftlich-zeitgeschichtliche Aufarbeitung dieser Debatte als vielmehr ein publizistischer Debattenbeitrag, der selbst stark weltanschaulich geprägt ist und seinen kulturkritischen Standpunkt auch in keiner Weise verleugnet. Die Verfasser wissen, dass ihre gezielt gesetzte Polemik Widerspruch hervorrufen wird. Als „Aufklärung über die Aufklärer“, so der Untertitel, ist der Band ein provozierender, keinesfalls uninteressanter Gesprächsbeitrag, der aber kein Gesamtbild der aktuellen Missbrauchsdebatte bietet. Er sollte daher im Vergleich mit anderen Darstellungen, mit reflexiver Distanz und mit der nötigen Kritikfähigkeit gelesen werden.

Privatdozent Dr. theol. Axel Bernd Kunze, 4. Januar 2011